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  • Hütten von Steinbruch-Arbeitern wurden zerstört

    Brennpunkt Drëtt Welt 256 (juin 2010)

    Bastu Rege

    In Indien nahe der Gemeinde Halasavade im Bezirk Kolhapur wurden am 4. Mai 2010 gegen Mitternacht mehr als 150 Hütten von Steinbruch-Arbeitern durch Unbekannte zerstört. Die Bewohner gehören zu einer der Gemeinschaften, die von der ASTM-Partnerorganisation Santulan betreut werden.

    Das Land auf dem die Arbeiter leben gehört der Regierung, doch am 1. Mai 2010, gerade als die Bewohner den Tag der Arbeit feierten, wurden sie von Einwohnern der Gemeinde Halasavade bedroht. Über 400 Einwohner des Ortes, die von Lokalpolitikern begleitet wurden, forderten die Arbeiter auf ihre Hütten unverzüglich zu entfernen. Andernfalls, so wurde ihnen gesagt, würden die Dorfbewohner nach zwei Tagen wiederkommen und ihre Hütten zerstören.

    Am 3. Mai 2010 schickte die DAKVP (Gewerkschaft der Steinbruch-Arbeiter) im Namen der Steinbruch-Arbeiter ein Schreiben an das Bezirksamt und an die Polizei, in dem der Vorfall genau beschrieben wurde und in dem die Arbeiter um Schutz gebeten haben. Doch niemand reagierte auf das Schreiben. In der Zwischenzeit hatten die Einwohner von Halasavade die lokalen Autoritäten gebeten, die Zerstörung der Hütten zu genehmigen. Der verantwortliche Beamte lehnte die Anfrage zwar ab und warnte die Einwohner vor illegalen Aktionen. Doch die Einwohner ignorierten diese Warnung und zerstörten die Hütten völlig. Die Arbeiter hatten die Polizei um Schutz gebeten, doch diese lehnte ab.

    Am 5. Mai 2010 wurden die Bezirksbehörden über den Vorfall informiert und am nächsten Tag fand ein Treffen statt, zwischen den Behörden, Einwohnern von Halasavade und den Steinbruch-Arbeitern, bei dem es jedoch zu keinerlei Ergebnis kam. In der Zwischenzeit hatten die Arbeiter entschieden, dass sie ab dem 10. Mai 2010 vor dem Büro des Bezirksbeamten unbefristet demonstrieren würden und wurden dabei von Arbeitern aus anderen Steinbrüchen unterstützt. Sie forderten nicht nur eine polizeiliche Untersuchung des Vorfalls vom 4. Mai, sondern auch eine Verbesserung der Lebensbedingungen in den Steinbrüchen. Unter anderem forderten sie eine Zuteilung von Land für ihre Unterkünfte gemäss der lokalen Gesetzgebung und Bildungseinrichtungen für ihre Kinder, sowie Verbesserungen bei der Gesundheitsversorgung und bei der Versorgung mit Lebensmitteln. Mittlerweile ist der zuständige Bezirksbeamte schriftlich auf alle Forderungen der Arbeiter eingegangen und hat ihnen in den meisten Punkten Recht gegeben. Es bleibt demnach abzuwarten, ob sich die Situation der Steinbruch-Arbeiter wirklich verbessern wird.

    Bastu Rege ist Direktor der ASTM-Partnerorganisation Santulan, die sich für die Rechte der Steinbruch-Arbeiter einsetzt.